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| Packeis versperrt am Vormittag den Weg zur Esperanza-Siedlung |
Sieben weitere Personen sollten in den Jahren darauf an diesem unwirklichen Ort geboren werden. An sie geknüpft die Hoffnung Argentiniens, sich das Land eines Tages möglicherweise zu eigen machen zu können und entsprechende Ansprüche gegenüber Chile und Großbritannien zu untermauern.
Derzeit leben 14 Kinder in und auf Esperanza, die Siedlung selbst zählt knapp 60 Einwohner, darunter Forscher, medizinisches Personal und ein Lehrer, der in der Escuela Provincial Numero 38 unterrichtet. Aktuell sind allerdings Sommerferien, weshalb nur zwei Kinder vor Ort sind, nämlich die des Stationsleiters, der uns stolz herum führt.
Ins Museum, wo etwa noch ein alter Inkubator für die dort geborenen Kinder zu sehen ist, in die Kapelle, in der ein Mützchen von Papst Franziskus ausgestellt ist (bei gemessenen Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h gehen Kopfbedeckungen leicht verloren) und in besagte Schule, wo er bei Kaffee und Keksen Fragen der neugierigen Gäste beantwortet.

Vier Stromgeneratoren und reichlich Treibstoff sorgen demnach für Licht und wohlige Wärme auch im antarktischen Winter. Das Wasser kommt aus einem eigenen Stausee und wird zweimal wöchentlich direkt an die Haushalte verteilt, denn Leitungen würden doch nur zufrieren. Und nein, mit den Pinguinen würden die Kinder nicht spielen – die Tiere seien nur die ersten zwei, drei Tage interessant, dann habe man sich an sie gewöhnt und sie verlören ihren Reiz.
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| Sonnenaufgang um 2.38 Uhr |
Ich bin jedenfalls sehr froh, diesen ebenso faszinierenden wie seltsamen Ort mit eigenen Augen erlebt haben zu dürfen. Keine Selbstverständlichkeit, hätte uns das Packeis am anfangs noch sehr trüben, später jedoch wunderbar sonnigen Tag doch beinahe wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eine gute Stunde lang suchte der Kapitän nach einer Lücke im Eis, bis er sie endlich fand und zufahren konnte.
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| Cruisen mit dem Zodiac am Vormittag |

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| Blauaugenscharbe aka Antarktischer Kormoran |
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| Mutprobe für Adeliepinguine: Wer springt zuerst? |
Die Antarktis ist schließlich ein Kontinent der Extreme – das war uns erst am Vorabend wieder bewusst geworden, als beim Abendessen Eisberg A-68a an uns vorbeitriftete. Oder besser: wir an ihm. Eine gigantische Mauer aus purem Eis, die den ganzen Horizont einzunehmen schien – zu groß für jedes Weitwinkel und in ihren Dimensionen schlichtweg nicht zu begreifen.
P.S.: Der Mann von Heide, der kratzbürstigen Quasselstrippe, die nicht still sitzen kann, heißt in Wirklichkeit Heinrich. Mit Heinz lag ich also gar nicht so verkehrt.

























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